Einsatz 05/2002 - Verkehrsunfall

Einsatzdatum:

19. Februar 2002

Einsatzalarm:

15:30

Uhr

Einsatzende:

16:45

Uhr

 

LF 16/12

Besatzung:

1/8

TLF 24/50

Besatzung:

 

RW 2

Besatzung:

1/2

WT 18

Besatzung:

 

OWF

Besetzung:

 

Gerätehaus

Besetzung:

 

 

weitere Feuerwehren

- Hauptamtliche Kräfte

 

 

weitere Einsatzmittel

- Landespolizei Uckermark

- Rettungsdienst

- Kranunternehmen

 

Baum erschlug Frau und Baby

Ein Verkehrsunfall hat gestern Nachmittag das Leben einer jungen Mutter und ihres acht Wochen altes Babys gekostet. Die 21-jährige Frau aus dem Amtsbereich Gartz war in ihrem Pkw VW auf der B 2 unterwegs, als sie etwa 100 Meter vor Schwedt von einer umstürzenden Kastanie regelrecht erschlagen wurde. Rettungsdienst, Notarzt, Feuerwehr und Polizei fuhren sofort zur Einsatzstelle. Jede Hilfe aber kam zu spät.

Schon seit dem Vormittag fegten Sturm und Regen über die Uckermark. Mitunter wurde Wildstärke 10 gemessen, wobei es in freien Lagen zu Spitzengeschwindigkeiten von beinahe 100 Km/h kam. Dieses Wetter und ein alter Straßenbaum wurden der jungen Mutter und ihrem Kind kurz nach 15 Uhr zum Verhängnis.
Eine alte Kastanie mit einem Stammdurchmesser von ungefähr 80 cm knickte plötzlich wie ein Bleistift um und legte sich auf den Pkw. Der Baum hatte sich augenblicklich hineingebohrt in des Fahrzeug. Der jungen Frau blieb keine Chance zum Ausweichen. Schockierte Beobachter lösten Alarm aus. Wenig später waren die Rettungskräfte am Ort des Geschehens.
20 Hauptberufliche Feuerwehrleute und Kameraden des Löschzuges 2 aus Schwedt waren im Einsatz. Ihnen bot sich ein erschütterndes Bild auf ein total zerstörten Auto über dem ein mächtiger Stamm lag. Die Rettungskräfte bahnten sich einem Weg durch Astgewirr und Splitter. Sie hatten es recht schnell geschafft, das Baby aus dem völlig zerstörten Fahrzeug zu befreien und dem Notarzt zu übergeben. Der Säugling wurde noch ins Klinikum Uckermark gebracht. Doch dort starb er an seinen schweren Verletzungen.
Inzwischen hatte die Feuerwehr einen Spezialkran angeforderten Dieser Kran hob den riesigen Baumstamm vom Auto. Erst danach gelang es den Feuerwehrleuten, mit Winden und Schneidgeräten bis zur verunglückten Frau vorzudringen und sie zu bergen. Doch der Notarzt konnte leider nur noch den Tot feststellen.
Stadtbrandmeister Dietmar Wilke mochte nach den Rettungsarbeiten seine Betroffenheit nicht verbergen. So ein furchtbarer Unglücksfall ist ihm als Chef der Schwedter Feuerwehr noch nicht vorgekommen. "Das war ein Zusammentreffen so vieler dummer Zufälle, es ist wirklich tragisch. Auch für die Rettungsleute vor Ort war das sehr schlimm. Denn die meisten von uns sind ja Familienväter und fühlen mit", sagte Dietmar Wilke gegenüber der Zeitung.
Wie sich am Unfallort zeigte, war die Kastanie im unteren Bereich, wo sie weggeknickt war, beinahe völlig hohl. Nur im oberen Bereich bzw. bei flüchtigem Hinsehen sah der Baum noch relativ gesund aus.
Die Polizei hatte die Bundesstraße währen der Rettung- und Bergungsarbeiten bis gegen 17 Uhr voll gesperrt.

Fotos (3) und Text: Märkische Oderzeitung (Text teilweise gekürzt)

 


 

Publiziert am: Montag, 22. Dezember 2014 (1594 mal gelesen)
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