Einsatz 17/2009 - Hilfeleistung: Großunfall -> Güterzug entgleist

Einsatzdatum:

13. April 2009

Einsatzalarm:

20:34

Uhr

Einsatzende:

03:15

Uhr

 

LF 16/12

Besatzung:

1/8

TLF 24/50

Besatzung:

0/1

RW 2

Besatzung:

1/2

WT 18

Besatzung:

1/2

OWF

Besetzung:

 

Gerätehaus

Besetzung:

1

 

weitere Feuerwehren

- Hauptamtliche Kräfte

- Löschzug 1 - Stadtzentrum

- Löschzug 3 - OT Heinersdorf

- Löschzug 9 - OT Stendell

- Löschzug 10 - OT Vierraden

- Werkfeuerwehr PCK

 

weitere Einsatzmittel

- Landespolizei

- Bundespolizei

- Rettungsdienst

 

Mit dem Einsatzstichwort "Hilfeleistung: Großunfall - Güterzug entgleist" alarmierte die Leitstelle mehrere Löschzüge der Feuerwehr Schwedt.
Durch den Schwedter Ortsteil Stendell führt das Zuführungsgleis einer Raffinerie. Vom Betriebsbahnhof der Raffinerie bis zum Ort führt eine zweigleisige Strecke, welche im Ort zu einer zusammengeführt wird. Eines der beiden Gleise endet mit einem Prellbock vor einer Eisenbahnbrücke.
Auf Grund des Einsatzstichwortes rückten von unserem Löschzug der Rüstwagen 2 (RW 2) und das Löschgruppenfahrzeug 16/12 (LF 16/12) aus. Der RW 2 erreichte die Einsatzstelle kurz nach der Stendeller Ortswehr zeitgleich mit den hauptberuflichen Kräften der Feuerwehr Schwedt und der Raffinerie Werkfeuerwehr. Wenig später erreichte auch der Löschzug 1 mit ihrer Gefahrgutausrüstung die Einsatzstelle.
Nach der ersten Lageerkundung stellte sich heraus, das ein Kesselwagen, beladen mit Benzin, über den Prellbock hinaus geschoben wurde und kurz vor der Brücke zum stehen kam. Der nachfolgende Kesselwagen fuhr auf den ersten Wagen auf und zerdrückte diesen so sehr, das aus mindestens zwei stellen Benzin in großen Mengen austrat.
Nach einer kurzen Beratung, brachte sich die Gefahrstoffeinheit in Stellung. Während dessen wurde durch unseren Löschzug in Zusammenarbeit mit der Stendeller Wehr (Löschzug 9) eine Wasserversorgung hergestellt und die Werkfeuerwehr mit Wasser eingespeist. Diese legten einen Schaumteppich um die Kesselwagen.
Nach dem Anlegen der schweren Schutzausrüstung machten sich Kameraden der Gefahrstoffeinheit dabei, die Lage aus der Nähe zu betrachten und nahmen erste Messungen vor. Während dessen wurden durch die Landes- und Bundespolizei die Anwohner in einem Umkreis von 300 Metern evakuiert. Durch weitere Kräfte der Feuerwehren wurde der Umkreis auf Einläufe und Gräben abgesucht. Hierbei wurde ein Rohr festgestellt, welches zu einem Graben führte. Da das auslaufende Benzin bereits hier angekommen war und weiterer Schaden abgewendet werden sollte, wurde entschieden weitere Ein- und Abläufe von diesen Graben abzudichten. Hierzu wurde die Schneid- Spreiztechnik des Rüstwagens eingesetzt. Zwei Kameraden rüsteten sich mit Flammschutzkleidung aus und weitere Kräfte schäumten die Umgebung ein. Die Kameraden in Spezialkleidung schnitten mit dem Schneidgerät des RW 2 an einem Einlauf ein Gitter heraus und setzten hier ein Rohdichtkissen ein.
Wenig später musste eine neue Wasserentnahmestelle eingerichtet werden, da sich die erste Entnahmestelle neben diesen Graben befand und es sich um einen Brunnen handelte. Es wurde befürchte, das sich Benzin ins Löschwasser mischen könne. Da die zweite Entnahmestelle ebenfalls ein Brunnen war und man eine von System unabhängige Wasserentnahme wollte wurden von unserem Löschzug zwei weitere Fahrzeuge zur Einsatzstelle herangezogen. Das Tanklöschfahrzeug verfügt über 5000 Liter Wasser und der Wasserträger über 17500 Liter.
Da der Schaden am Kesselwagen so groß war, war dieser nahezu vollständig ausgelaufen bevor Abdichtmaßnahmen vorgenommen werden konnten. Somit sind etwa 80000 Liter Benzin ausgelaufen. Es wurde geschätzt, das etwa 400 Liter pro Minute aus den Schadstellen des Wagen ausgelaufen sind. Der zweite Kesselwagen blieb am Kessel unbeschädigt und war dicht.
Gegen 2:30 konnten die Bewohner zurück in ihr Häuser, nur die Bewohner des wenige Meter neben der Unglücksstelle befindlichen Hauses mussten die Nacht wo anders verbringen.
Durch die Werkfeuerwehr und der Stendeller Ortswehr wurde die Einsatzstelle gesichert. Die weiteren Einsatzkräfte konnten den Einsatz beenden.

Hinweis:
Weitere Informationen, welche uns teilweise nicht vorlagen und die Ursache des Unfalls, entnehmen Sie bitte den Presseberichten.

 

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Publiziert am: Donnerstag, 25. Dezember 2014 (1153 mal gelesen)
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